Wie sicher ist Tagesgeld? | Tagesgeldkonto

In Zeiten niedriger Zinsen gibt es viel Geld auf dem Kapitalmarkt, das investiert werden möchte. Hierbei stellt sich neben der Rendite die wichtige Frage, wie sicher eine Geldanlage ist. Im Falle des Tagesgelds wollen wir diesen Aspekt näher betrachten. Hierfür muss zuerst geklärt werden, was Tagesgeld überhaupt ist und wieso es eine sichere Geldanlage darstellt.

 

Was ist Tagesgeld?

Beschäftigt man sich mit dem Thema Geldanlage und informiert sich online oder in der Filiale seiner Hausbank, so wird man häufig einem Tagesgeld-Angebot begegnen. Stellt sich die Frage, was ist Tagesgeld überhaupt? Ein Tagesgeldkonto ist ein einfaches Konto, das mit Guthabenzinsen verzinst wird. Der Kontoinhaber kann täglich über sein Guthaben verfügen. In der Praxis bedeutet täglich sogar regelmäßig minütlich. Hier gibt es einen wesentlichen Unterschied zu einem klassischen Sparbuch, bei dem Kündigungsfristen zu beachten sind. Demnach bietet ein Tagesgeldkonto die Vorteile einer täglichen Verfügbarkeit, einer Guthaben-Verzinsung und dem Entfall von Kündigungsfristen. Einen Nachteil stellt beim Tagesgeld der Umstand, dass die Bank den Zinssatz, je nach Fassung der allgemeinen Geschäftsbedingungen auch ohne Ankündigung nach unten ändern kann. Ein Tagesgeldkonto wird regelmäßig nicht für den allgemeinen Zahlungsverkehr verwendet, d.h. dass es nicht für Überweisungen auf Fremdkonten vorgesehen ist. Lastschriften sind demnach auch nicht möglich. Ein Tagesgeldkonto wird demnach meist mit einem Girokonto geführt, sodass Zahlungen auch an Fremdbanken möglich sind. Deutsche Banken müssen seit 2016 kostenlose Girokonten als Basiskonto anbieten. Bis dahin gab es auch Banken, die nur zahlungspflichtige Girokonten im Angebot hatten. Hier lag ein Vorteil der Direktbanken bzw. Onlinebanken. Diese konnten kostengünstiger und damit effizienter arbeiten und diesen Vorteil an die Kunden weiter geben, auch um sich von den klassischen Universalbanken abzusetzen. Ein Tagesgeldkonto wird häufig auch als Spargeld oder Sparkonto eingeordnet. In Abgrenzung zum Girokonto, auf das es in der Regel keine Verzinsung gibt erhält ein Anleger bei einem Tagesgeldkonto Verzinsungen bis zu 2,5 % je nach Bank und Angebot. Bei einem klassischen Sparbuch liegen die Zinsen meist unter denen des Tagesgelds.

 

Sicherheit von Tagesgeld-Anlagen

Eine wesentliche Frage beim Thema Geldanlage ist die der Sicherheit. Ein Anleger möchte einerseits eine positive Rendite erwirtschaften und andererseits sichergehen, dass sein angelegtes Kapital bei der gewählten Bank sicher angelegt ist. Kann ein Anleger vielleicht sogar sein angelegtes Geld verlieren, wie es bspw. beim Aktienkauf der Fall ist?

Prinzipiell lässt sich festhalten, dass Tagesgeld genauso sicher ist, wie das Geld auf dem Girokonto. Dafür garantiert der „Einlagensicherungsfonds“, der im Fall einer Bankenpleite einspringt. Dies bedeutet, dass andere Banken in diesem Fall für die Guthaben der Sparer garantieren. Innerhalb der EU ist der Einlagensicherungsfonds bis zu 100.000 Euro gesetzlich begrenzt. Anleger, die über mehr als 100.000 Euro Kapital verfügen, können ihr Geld auf mehrere Banken verteilen und somit auch mehr als 100.000 Euro sicher anlegen. In Deutschland sind Einlagen darüber hinaus durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) abgesichert, auf die hier nicht näher eingegangen wird. Wie sicher ist Tagesgeld in der Praxis? Seit 1976 hat in Deutschland kein Kunde nach einer Pleite einer Bank seine Spareinlagen verloren. Seitdem wurden ca. 30 Sicherungsfälle gelöst.

 

Welche Absicherungen haben Banken innerhalb der EU?

Nachfolgend wird beispielhaft dargestellt, was passiert, wenn europäische Banken pleite gehen.

Deutschland

Beim Beispiel IKB würden Kunden im Fall einer Pleite gar nichts tun müssen. Sie erhalten von der  Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) einen Brief, in dem das neue Konto angegeben werden muss, auf das das Guthaben überwiesen werden soll und bereits 20 Tage später wird das Geld auf dem Konto gutgeschrieben. Beträge über 100.000 Euro werden durch den Bundesverband deutscher Banken (BdB) gesichert.

Großbritannien

Am Beispiel der Bank of Scotland zeigt sich, dass auch hierbei die Einlagen abgesichert sind. Der Kunde erhält auch in diesem Falle einen Antrag, bei dem dann die Forderungen angegeben werden. Nach erfolgreicher Legitimierung überweist die britische Einlagensicherung sogar bis zu 250.000 Euro.

Niederlande

Im Fall der niederländischen ABN Amro müssen Kunden auf eine Mitteilung der niederländischen Zentralbank warten. Diese informiert die Kunden über  die nächsten Schritte informiert. Auch hier wird das Geld innerhalb eines Monats auf ein Konto des Anlegers transferiert.

Luxemburg

Die Advanzia Bank wird durch die Einlagensicherung Luxemburgs abgesichert. Würde die Advanzia Bank zahlungsunfähig sein, so muss der Kunde seine Forderung bekannt machen und sich legitimieren. Nach Angabe des neuen Empfängerkontos wird vor Ablauf eines Monats eine Maximalbetrag 100.000 Euro zurückgezahlt.

Zusammenfassendes Fazit

Es lässt sich festhalten, dass ein Ausfall einer Bank innerhalb Europas derzeit recht unwahrscheinlich ist. Sollte es dennoch einen Zahlungsausfall oder gar eine Pleite geben, so sind die Einlagen gut abgesichert. Anleger, die unter 100.000 Euro je Bank anlegen, müssen sich keine Sorgen machen, dass die Einlagen unsicher sein könnten. Bei Anlagen über 100.000 Euro empfiehlt es sich das Risiko aufzuteilen und je Bank maximal 100.000 Euro anzulegen.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite können sich zwischenzeitlich geändert haben. Bitte prüfen Sie die aktuellen Tagesgeldkurse im Tagesgeldvergleich-Rechner oder auf den Internetauftritten der jeweiligen Tagesgeld-Banken mit dem praktischen Tagesgeldvergleich.